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Formaldehyd

Formaldehyd ist der umgangssprachliche Name für die chemische Verbindung Methanal oder auch Ameisensäurealdehyd. In der Textilindustrie wird es hauptsächlich für Farbstoffe oder zur Veredelung von Textilien („knitterfrei“) verwendet.

 

 

Formaldehyd wurde bereits Anfang der 1980 Jahre in den USA als Stoff mit krebserzeugender Wirkung beim Menschen eingestuft, 2011 dann als vollständig krebserregend eingestuft, da diverse Studien dies hinreichend belegten. In Deutschland wurde Formaldehyd 2015 „als für den Menschen krebserregend“ eingestuft, aber nicht verboten.

 

Es besteht für alle Produzenten die Möglichkeit von freiwilligen Schadstoffprüfungen, die in Zusammenhang mit diversen Prüfsiegeln wie „TOXPROOF“ oder „OEKO-TEX 100“ durchgeführt werden und eine Obergrenze von 16 mg/kg aufweisen sollen. Diese Obergrenze gilt auch für Babykleidung.

Das TOXPROOF-Zeichen des TÜV Rheinland kennzeichnet schadstoffgeprüfte Textilien, bei denen nach dem heutigen Stand der Erkenntnis keine Risiken für die Gesundheit zu befürchten sind. In den Prüfkriterien sind u.a. folgende Kriterien für gesundheitsbedenkliche Stoffe festgelegt, wobei Textilien für Kleinkinder in der Regel strengere Grenzwerte erfüllen müssen:

  • Verbot von Azofarbstoffen, allergenen und krebserregenden Farbstoffen,
  • Grenzwerte für bestimmte Stoffe (z.B. Pestizide, Schwermetalle, Formaldehyd, zinnorganische Verbindungen),
  • Verzicht auf Flammschutz- und Biozidausrüstung,
  • Prüfung der Farbechtheit,
  • Geruchsprobe (muss geruchlos, schwach oder deutlich aber erträglich sein).

Standard 100 by OEKO-TEX® ist ein weltweit einheitliches, unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem für textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen sowie verwendeter Zubehörmaterialien. Unter anderem werden wichtige gesetzliche Reglementierungen wie verbotene Azo-Farbmittel, Formaldehyd, Pentachlorphenol, Cadmium, Nickel etc. und zahlreiche gesundheitsbedenkliche Chemikalien, auch wenn sie noch nicht gesetzlich reglementiert sind, geprüft.

 

Die Werte der Labels, die sich nicht an diverse Öko-Prüfsiegel halten, sind für hautnahe Kleidung 75 mg/kg und für alle anderen Textilien 300 mg/kg. Wird dieser Wert überschritten, muss lediglich ein Hinweis angebracht werden, der besagt, dass das Kleidungsstück Formaldehyd enthält und vor dem ersten Gebrauch gewaschen werden sollte; weiter müssen keine detaillierten Angaben gemacht werden. Endverbraucher werden hier leider nicht genügend aufgeklärt.

 

Formaldehyd hat nicht nur für die Träger der Kleidung ein bedingtes Risiko, sondern birgt ein weitaus höheres Risiko für die Arbeiter, die dem Giftstoff ausgeliefert sind. In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass diese Industriearbeiter unverhältnismässig oft an Tumoren des Nasen-Rachenraumes erkrankt sind.

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