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Geschwister – eine ganz besondere Verbindung

Man sagt zwar, das Band zwischen Mutter und Kind ist das innigste, das es gibt. Stimmt auch, allerdings gibt noch eine weiteres Band, das Kinder ein Leben lang prägt und verbindet, das ohne Worte auskommt und doch, vor allem bei Kindern, viel Streit bringt. Das Band zwischen Geschwistern.

 

Nun habe ich ein Mädchen und einen Jungen, also eine grosse Schwester und einen kleinen Bruder. Genau wie bei meinem Bruder und mir. Ich kann mich nicht satt sehen an den Beiden. Die Faszination eines Babys hat auf meine Tochter eine unglaubliche Wirkung gehabt. Streicheln, Schoppen halten, zudecken, in den Stubenwagen schauen, ob noch alles dran am kleinen Brüderli. Das Entdecken ganz natürlicher menschlicher Funktionen wie rülpsen, Gaggi machen und solche Sachen haben aus ihr eine kleine Forscherin gemacht. Jedes Körperteil wurde gründlich untersucht. Und der kleine Bruder fand das auch schön. Jedes Mal wenn er Leni gesehen hat, hat er gelacht.

 

 

Bis zu dem Punkt, an dem sie ihm oder er dann ihr das Spielzeug weggenommen hat, Beide das gleiche wollten oder eben beide die ganze Aufmerksamkeit für sich wollten. Geschwister lernen voneinander auf ganz natürliche Weise soziales Verhalten. Übrigens viel besser als von Mami und Papi, die sind dabei eher eine Art Schiedsrichter und Richtungsweiser. Die Eltern haben dabei auch etwas weniger Einfluss als man landläufig so glaubt.

 

Nicht nur das kann man lernen, da gibt es noch viel mehr. Vor allem bei gemischten Geschwisterpaaren gibt es viel Einblick in die Welt des anderen Geschlechts. Jungs lernen eine Menge über die Geheimnisse der Mädchen und umgekehrt. Eine Art ganz persönlicher und privater Ratgeber, der einem zwar die Pubertät nicht leichter macht, aber irgendwie doch hilft.

 

Geschwister haben viele Rollen, sie sind Vorbilder und Schüler, Verbündete und Rivalen, Nervensägen, Beschützer, Tröster, Spielkameraden, aber im Besonderen sind sie immer da, sie verzeihen Fehler und Streitigkeiten und behalten die guten Erlebnisse in Erinnerung. Die nicht so guten Erlebnisse werden übrigens auch positiv mit einer Art „was ich daraus gelernt habe“ Anmerkung abgespeichert. Deshalb fühlt es sich auch so vertraut an mit ihnen, sie kennen die Charakterzüge des Anderen besser, als die der Eltern, können besser einschätzen und wissen ohne Worte, wie es dem Anderen geht.

 

Diese Verbindung dauert im Idealfall ein Leben lang, überlebt die Eltern und ist somit die meist längste und innigste Verbindung, die wir haben, wenn wir das Glück haben, Geschwister zu haben. Sie prägt uns wie keine Andere und macht uns zu dem, der wir sind.

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