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Die Geschichte der Weihnachtsguetzli

Meine ganz persönliche Theorie zu den kleinen, feinen Weihnachtsguetzli ist schlichtweg, wir benötigen die zusätzlichen Kalorien in der kalten Jahreszeit, um Wetter und Krankheiten stand zu halten. Diese schöne Tradition geht aber darüber hinaus. Ich habe für euch die gängigsten Geschichten gesammelt.

           

Eine der Theorien besagt, dass während der kalten Zeit bis zur Wintersonnwende Geister umherzogen und in den Häusern hausierten. Um das Vieh zu schützen, hat man Guetzli in Tierformen für die Geister gebacken, um diese so zu besänftigen, bis sie, sobald die Tage wieder länger wurden, verschwanden.

 

Besonders Leb-, Honig- und Pfefferkuchen haben eine lange Tradition, die bis in die vorchristliche Zeit zurückreicht. Damals begannen die Germanen zerstampftes Getreide mit Honig auf heissem Stein zu backen. Wir würden das heute wahrscheinlich als „Lebkuchen“ bezeichnen. welche entweder um die Wintersonnwende selber gegessen wurden oder als Opfergaben in den Wind gehängt, oder um Geister und Dämonen zu vertreiben, ins Feuer oder in Flüsse geworfen wurden.  

Übrigens liege ich mit meiner Theorie gar nicht so falsch. Auch hierzu gibt es eine Theorie. Wegen des hohen Fett- und Zuckergehalts waren Guetzli sehr nahrhaft. Es konnten sich nur leider nicht alle leisten, deshalb haben Klöster um die Weihnachtszeit Gebäck mit kostbaren Zutaten und Gewürzen gebacken, um dieses an Arme und Kranke zu verschenken.

 

Die letzte Legende: Einst schenkte der Nikolaus einem Mann drei schöne Kugeln. Von nun an hängte der Mann sie jedes Jahr an seinen Weihnachtsbaum. Jedes kam etwas dazu, zuerst Äpfel und dann Guetzli aller Art. So wurde der Weihnachtsbaum jedes Jahr schöner und festlicher.

 

Das genaue Alter der heute bekannten Weihnachtsguetzli ist aber nicht überliefert. Eines der ältesten Backbücher, welches vor ca. 120 Jahren entstand, trägt den Titel „150 Weihnachtsgebäcke“. Die heute noch gängigen Rezepte sind aber weitaus älter.

 

Von nun an werde ich mit meinen Kindern unsere eigene Tradition einführen. Mailänderli dürfen dabei nicht fehlen, ebenso Vanillekipferl, aber es gibt auch das eine oder andere moderne Rezept. Später werden sich die Kleinen an das Backen erinnern, den Duft, die Förmchen, die Sorten und dies mit etwas ganz Besonderem verbinden. Und wenn es so hoch hergeht in der Küche, verziehen sich die bösen Geister von ganz alleine und die gute Laune kommt, spätestens beim Guetzli essen.

 

 

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