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Ein Woche nicht schimpfen – das Experiment

Hört sich eigentlich ganz gut an – eine Woche lang nicht mit meinen Kindern schimpfen, immer schön durchatmen, ruhig bleiben und mit Contenance alles erklären. Da habe ich mich doch letztens selber schimpfen hören und kam mir im Nachhinein richtig blöd vor...

 

Bevor ich das Experiment beginne, überlege ich mir, warum ich schimpfe statt zu erklären. Dafür gibt es einige Gründe. Ich habe es so gelernt, wir wurden früher auch geschimpft. Zweitens, ständiges lieb erklären ist anstrengend. Und zeitraubend, die fehlt sowieso oft. Drittens, ich bin auch nur ein Mensch, dem ab und zu der Geduldsfaden reisst, besonders in Zusammenhang mit krank sein und wochenlangem Schlafmangel. Da bekomme ich dann schneller schlechter Laune.

 

Extrem anstrengend ist es auch mit zwei kleinen Kindern, die ihre eigenen Gefühle noch nicht richtig beherrschen. Die Kleinen müssen selbst lernen, wie sie mit verschiedenen Situationen umgehen. Wie geht man mit Wut oder Trauer um? Wie mit Müdigkeit, ohne die ganze Zeit zu knatschen und quängeln?  

Eines fällt mir immer mehr auf, um so mehr ich darüber nachdenke. Wie sollen meine Kinder lernen, ihre Gefühle zu beherrschen, wenn ich ihnen Ungeduld vorlebe. Das ist jetzt natürlich überspitzt gesagt, aber allgemein gesprochen, lernen die Kinder von uns Erwachsenen. Sie imitieren uns, wollen in unsere Rollen schlüpfen und ausprobieren. Meine fast dreijährige Tochter macht das auch liebend gerne. Als ich sie letztens in Bett bringen wollte und sie angefangen hat „Mami“ zu spielen und ungelogen sehr gut meine Phrasen wieder gegeben hat, habe ich nur gedacht 'Oh mein Gott'! Echt, so bin ich?! Ernüchternd in manchen Momenten, wenn sie einem den Spiegel vorhalten.

 

Also, habe ich beschlossen, mich an dieses Experiment heranzuwagen. Mit folgenden Strategien:

  • Tief ein- und ausatmen.
  • Wenn nötig, kurz aus dem Zimmer gehen.
  • Mir leicht auf die Zunge beissen, so kann man zumindest kurz gar nicht reden.
  • Ganz fest an das Experiment denken und daran glauben, dass etwas gutes dabei herauskommt.
  • Ganz fest daran denken, dass mein Verhalten einen Einfluss auf die Kleinen hat und sie im Umkehrschluss sogar besser folgen.
  • Über einige Sachen, die eigentlich auch gar nicht so wichtig sind, hinweg sehen und ignorieren.

 

Mein Plan steht! Nächste Woche hoffe ich euch dann vom positiven Wandel zu berichten. Wir werden sehen.

 

 

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