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Eine Woche nicht schimpfen - das Experiment Teil 2

Nun ist eine gute Woche um und mein Experiment `eine Woche lang nicht mit meinen Kindern zu schimpfen` geht zu Ende. Was habe ich daraus gelernt? Habe ich überhaupt etwas davon mitgenommen? Folgendes ist passiert:

 

 

Vor allem zu Beginn war ich hochmotiviert, besonders da ich euch viel positives berichten wollte. Der erste Tag war auch sehr entspannt. Meine Beiden waren wirklich brav, als hätten sie gemerkt, das etwas vor sich geht. Ich habe lediglich ermahnt, nicht geschimpft, viel erklärt und schon war der Tag vorbei. Ebenso wie der nächste. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Es gibt auch wirklich viele Dinge, über die man entweder hinwegsehen kann, bzw. nicht besonders wichtig sind, also nicht wichtig genug, um die Harmonie zu gefährden. Gegen Ende der Woche hat sich dann auch schon fast eine Art Gewohnheit eingeschlichen, nicht schimpfen, sondern ruhig bleiben. Ich bin auch ruhiger geworden, ebenso wie meine Kinder. Diese Version hätte ich gerne geschrieben.

Wie war es wirklich?! Zugeben, es gab zwei Situationen, da hätte ich lieber den Jakobsweg mit einem Esel gemacht, als meine Kinder nicht zu schimpfen. So war es auch. Mir ist es einfach rausgerutscht, trotz aller gute Vorsätze. Aber wisst ihr was, das tut auch gut. Sich mal kurz Luft machen, sagen was einen gerade stört und dann geht es wieder gut weiter. Ich bin kein Mami, das lange nachtragend ist oder ewig drauf rumhackt. Mein zweiter Eindruck dabei, die Kleinen, besonders Leni, brauchen einen Knall, der ihnen genau sagt, bis wohin es geht und wann wirklich Schluss ist. Sie suchen und testen bewusst ihre Grenzen. Man kann diese auch gut ohne Schimpfen setzen, da habe ich aber das Gefühl, das reicht nur bedingt und eben nicht auf Dauer. Ein ordentlich Machtwort und die Kleinen wissen Bescheid, ich habe es gesagt und gut ist's.

 

Was mir noch aufgefallen ist, umso ruhiger man selbst ist, umso ruhiger und offener für einen Deal oder Vereinbarung sind auch die Kinder. Man macht sich ja auch über zu viele Kleinigkeiten Gedanken, die eigentlich für den Moment nicht relevant sind. Das werde ich mir auf jeden Fall beibehalten. Ausserdem muss auch nicht immer alles sofort sein. Umso weniger ich wollte, dass etwas sofort erledigt wird, umso grösser war auch die Wahrscheinlichkeit, dass es etwas später gemacht wird. Zu dem Zeitpunkt, den Leni sich ausgesucht hat, aber sie hat es gemacht und darum geht es ja.

 

 

Was mir das Ganze gebracht hat? Das Experiment quasi fortzuführen, weniger genervt sein, mehr durchatmen und wenn es doch mal zum Schimpfen kommt, dann kann es auch durchaus etwas positives haben. Immer alles schlucken geht nicht, eben sowenig wie den Kleinen die Grenzen, die sie zur Orientierung suchen und brauchen ganz lieb klar zu machen. Beide Seiten brauchen energische Worte, nur weitaus weniger, als man es so macht.  

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